Beliebt und unvergessen

Craig Anthony Hailes







geboren 11.11.1977
verstorben 16.02.2001




...wen man tief im Herzen trägt, kann man durch den Tod nicht verlieren...




Craig
wurde in Wales geboren und kam als Jugendlicher nach Deutschland, er lebte von Montags bis Freitags in einem Internat in Rinteln. Seine Eltern, Vater Roger (britischer Soldat), seine Mutter Pat sowie seine jüngere Schwester Karen wohnten in Osnabrück, wo der Vater stationiert war. Die Wochenenden verbrachte Craig bei seiner Familie.
In dem Internat lernte er Marc, einen Fußballspieler vom VfL-Bückeburg kennen. Dieser nahm ihn mit zum Training und da Craig schon bei einem Dortmunder-Verein Fußball gespielt hatte, war er sofort mit Begeisterung dabei. Also wechselte er in die B-Jugend zu unserem VfL.
Hier lernte er seine besten Freunde (nach deren Aussage:“er war wie ein Bruder“) Jean-Paul Thom, Tim Engler, Nils Bensch und Ahmed Douha kennen. Sie verbrachten ihre gemeinsame Zeit nicht nur auf dem Fußballplatz miteinander, auch privat konnte sie nichts trennen.
Beim VfL begeisterte er die Menschen mit seinem Fußballtalent, er spielte einen englischen Fußball mit brasilianischem Einfluss. Craig war Mittelfeldspieler und auf dieser Position etwas ganz besonderes, er hatte sehr, sehr viele Fans und diese konnten von ihm nicht genug bekommen, sie wollten immer mehr.
Aber auch der Mensch, Craig war mehr als beliebt, mit seinem englischem Humor, Dialekt, seinen Späßen und Charme war er der Sunnyboy, den alle gern um sich hatten, ob jung oder alt, ob Mann oder Frau. Craig wurde für sehr viele Menschen zu einem Idol und das nicht nur beim VfL.

Familiär gab es 1996 eine große Veränderung für ihn, sein Vater wurde wieder zurück nach Wales versetzt und Craig mußte sich entscheiden, ob er hier in Bückeburg bei seinen Freunden und dem VfL bleiben oder ob er mit seiner Familie zurück gehen wollte. Eine Entscheidung die, in seinem Alter, mehr als schwer war. Craig blieb hier.
Im gleichen Jahr unternahm seine Mannschaft eine 14tägige Mannschaftsfahrt nach Amerika, im Anschluss wollte er für kurze Zeit seine Familie in Wales besuchen. Aus einigen Tagen wurde dann fast ein Jahr. In seiner Heimat spielte Craig in der dritten englischen Liga und verdiente sich zusätzlich Geld in einer Boutique. Der Kontakt zu seinen Freunden ist in dieser Zeit nie abgerissen und da er sie sehr vermisste zog es ihn 1997 hier her zurück. Gewohnt hat Craig jeweils knapp ein Jahr in den Familien von Nils und Jean, bevor er seine eigene kleine Wohnung bezog. Auch der VfL war für ihn zu einer Ersatzfamilie geworden, obwohl Craig noch sehr jung war, hat er sein Leben eigenständig gemeistert.
Da sie nun endlich wieder vereint waren, wurde dieses auch in der Freizeit sehr genossen, mit Karnevalsfeiern, Grillevents und Karaokeabenden, an denen Craig auch sein musikalisches Können unter Beweis stellte. Er parodierte sehr gern Take That mit „Back for Good“, ist bei Allen in mehr als positiver Erinnerung geblieben, ansonsten liebte er auch die Musik von Whitney Houston und Michael Jackson.
Er lernte seine Freundin Vera kennen und machte eine Ausbildung bei der Firma Neschen, danach wechselte er zur Firma Spezial Electronic.

Nach der A-Jugend ging es für ihn übergangslos in der 1.Herren unter dem Trainer Ralf Fehrmann weiter. Craig wurde Pate der EIII vom VfL, die er ständig beim Training besuchte und unterstützte. Die Jungs haben ihn verehrt und als Vorbild gesehen, sie wollten so werden wie Craig.
Mit seiner eigenen Mannschaft wurde in der Saison 1999/2000 der Aufstieg aus der Bezirksoberliga in die Niedersachsenliga geschafft.
Hier in Bückeburg fühlte sich Craig sehr wohl und aus sportlicher Sicht lief mit seiner Mannschaft weiterhin alles bestens. In der Hinrunde waren sie Tabellenführer und so bereitete man sich mit großem Trainingseifer auf das erste Spiel, am 04.03.2001 der Rückrunde vor, ein nochmaliger Aufstieg war nicht unmöglich.
Nichts deutete daraufhin, dass dieses Spiel ohne den mehr als beliebten Mannschaftskameraden stattfinden sollte oder das sie nie wieder eine Flanke von Craig serviert bekämen.



Es ist der 15.02.2001 morgens kurz nach sieben, als Craig aus Hannover kommend die A2 Richtung Bückeburg befuhr. Nebel und Eisglätte machten das Fahren sehr schwierig und so passierte das Unglück. Eine Frau kam mit ihrem Wagen ins Schleudern, stellte sich quer , Craig mußte ausweichen und rutschte unter einen Lastwagen. Hierbei zog er sich schwerste Kopfverletzungen zu und wurde ins Klinikum Minden eingeliefert, in dem er sofort operiert wurde.
Seine Mutter, sein Vater und seine Schwester kamen aus Wales herüber geflogen und auch seine Mannschaftskameraden eilten sofort zu ihm, sie bangten und hofften gemeinsam. Doch in den frühen Morgenstunden des 16.02. verlor Craig den Kampf, die Verletzungen waren zu schwer, Er wurde nur 23 Jahre alt !
Seine Eltern verloren den geliebten Sohn, seine Schwester ihren Bruder, seine Freundin den Partner, seine besten Freunde ihren "Bruder" - Freund, seine Mannschaftskameraden einen sehr guten Kumpel und der VfL Bückeburg einen sehr begabten und mehr als beliebten Fußballspieler. Nichts war mehr so wie vorher, unsere Erste wird nie wieder mit ihrer Nummer 8 in unserem Jahnstadion auflaufen können.

Tränen, Trauer und Verzweiflung
Trainingseinheiten und sämtliche Spiele des VfL`s wurden abgesagt und erst nach dem 26.02.2001 wieder aufgenommen.

Die Trauerfeier am 22.02.2001 fand in der Jetenburger Kirche statt. Den Gottesdienst hielt Pastor Josua von Gottberg zusammen mit seinen besten Freunden, Ahmed, Nils, Tim und Jean und dem damaligen Fußballvorsitzenden Martin Brandt ab. Craigs Familie, seine Freundin, seine Mannschaft, Trainer, Betreuer, Vereinsmitglieder und unzählige Fans (ca. 500 Menschen) nahmen an diesem bewegenden Abschied teil.

Beigesetzt wurde Craig einige Tage später in Wales. Seine Mannschaft ist zur Beerdigung in Craig´s Heimat gefahren, um ihm dort die letzte Ehre zu erweisen. Dieses Mal war es ein Abschied für immer, ohne Wiederkehr, nicht wie 5 Jahre zuvor.
In unserem Jahnstadion wurde ein Gedenkstein aufgestellt, an dem Blumen stehen und zu Heimspielen, unserer Ersten, Jean immer eine Kerze anzündet.
Roger und Pat Hailes haben 2001 als Dankeschön an seine Jungs, den "Craig Hailes Award" gestiftet, diesen Preis verleiht unsere Erste jedes Jahr, an einen Menschen, für besondere sportliche Verdienste.

Am Saisonende belegte die Mannschaft den zweiten Tabellenplatz, der wiederholte Aufstieg wurde ohne Craig nicht geschafft. In der nächsten Saison mussten sie sogar gegen den Abstieg kämpfen.
Die Nummer 8 wurde seit 2001 nicht mehr vergeben, sie gehört immer noch unserem sympathischen, beliebten und unvergessenen Craig Hailes . Auch heute, nach mehr als 8 Jahren, bekommen Menschen, die ihn gekannt haben, glänzende Augen aber auch ein Lächeln ins Gesicht, wenn man Craig erwähnt und sie fangen sofort an von ihm zu erzählen.

Es gibt Menschen die setzen Zeichen im Leben, die auch der Tod nicht auslöschen kann und wer Dich kennen lernen durfte, wird diese Zeichen sehen.


Danke, dass es Dich gab !



Ein Dankeschön auch an Deine besten Freunde Nils Bensch, Jean-Paul Thom, Ahmed Douha und Tim Engler für die Unterstützung.


Gedenkstein Jahnstadion


Ostseite Stadion

September 2009


The Craig Hailes Memorial Shield

 


Best Player Award


gestiftet von Roger und Pat Hailes

Best Player Award
zum Gedenken an Craig Hailes
stiften wir den Wanderpreis
für den besten Fußballer des Vereins


Der Wanderpreis wurde "verliehen" an:

2000/2001
2001/2002
2003/2004
2004/2005
2005/2006
2006/2007
2007/2008
2008/2009
2009/2010
Roland Blaume
Jens Struckmeier
Ralf Fehrmann
Timo Nottebrock
Jean-Paul Thom
Martin Prange
Gerd Humke
Tim Engler
Hans Papenheim

Original Englische Pressemeldung


stepmap.de Zum Vergrößern anklicken!

From the Swindon Advertiser:
THE FAMILY of 23-year-old Craig Hailes, who died in a car crash in Germany, heard how doctors battled for several hours to save his life.
Mr Hailes, who was living in Buckebury, Germany, but who formerly lived with his family near Swindon, was driving along the A2 Hannover to Buckebury autobahn when he hit the back of a car transporter.
Wiltshire Coroner David Masters reopened the inquest into Mr Hailes's death at Swindon Police Station on Tuesday.
An accident report from German police described how Mr Haines's car went under the rear of the car transporter as it skidded to avoid another car.
He was cut from the wreckage of his Renault and airlifted to a nearby hospital but died hours later from serious brain injuries, despite doctors performing emergency neuro surgery.
Mr Masters said a pathologist report compiled when Mr Haines's body was

returned to the UK said neuro surgery had been performed, but the injuries were "not compatible with life".
Reading the report Mr Masters said a car driven by Daniela W. skidded out of control as she was overtaking the car transporter at around 7.20am on February 16.
Black ice then caused Mrs W. to skid over three lanes and forced the car transporter driver to slam on the brakes.
Mr Hailes's car then smashed into the transporter.
The report was unable to confirm which lane Mr Hailes was travelling in or how fast he was going. The pathologist also confirmed no alcohol was found in Mr Hailes's system.
Mr Masters gave a verdict of accidental death.
said: "The road conditions in the outside lane were slippery due to black ice.
"He was taken to hospital and was operated on but his life could not be saved."

Archive Home
From the Swindon Advertiser
http://www.thisiswiltshire.co.uk
© Newsquest Media Group 2001


Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.